Moore – Der unterschätzte Klimaretter

31.08.2021

Wälder tragen zum Klimaschutz bei, indem sie Kohlenstoffdioxid (CO2) binden – das ist längst unbestritten. Aber wussten Sie, wie wichtig Moore für das Klima sind? Sie machen zwar nur etwa drei Prozent der weltweiten Landfläche aus – Wälder hingegen ca. 30 Prozent – doch die Moore der Erde speichern doppelt so viel CO2 wie alle Forste des Planeten zusammen. Werden Moore allerdings zerstört, dann setzen sie große Mengen gespeicherter
klimaschädlicher Gase frei und einzigartige Tier- und Pflanzenwelten werden ihres Lebensraums beraubt. In Deutschland entstanden übrigens vor etwa 12.000 Jahren die ersten Moore. Bis zu 4,2 Prozent der Landesfläche waren einmal von ihnen bedeckt. Davon ist heute nur noch ein geringer Teil naturnah erhalten. Das liegt auch daran, dass jährlich etwa acht Millionen Kubikmeter Torf, vorwiegend in Niedersachsen, abgebaut werden. Früher diente er als Brennmaterial, heutzutage hauptsächlich als Substrat für Blumenerde. Und das, obwohl es mittlerweile viele Alternativen im Handel gibt. Damit Torf gewonnen oder der Boden anderweitig landwirtschaftlich genutzt werden kann, muss das Moor trockengelegt werden. Aus solchen entwässerten Mooren entweichen in Deutschland jedes Jahr etwa 45 Millionen Tonnen CO2. Mancherorts gibt es deshalb Projekte zur Wiedervernässung und Entkusselung der Moore, um damit ihre Renaturierung und Regeneration einzulei-ten. Allerdings muss man hier in großen Zeiträumen denken, denn Moore wachsen sehr langsam: Bis ein Meter Torf neu entsteht, dauert es etwa 1.000 Jahre.